Das zweite mittelalterliche Gotteshaus in Schwäbisch Hall ist die evangelische Katharinenkirche, deren älteste Funde bereits aus dem 9. Jahrhundert stammen sollen. Um 1240 entstand ein Neubau, von dem Reste im Turm und im Querhaus erhalten sind. Im 14. Jahrhundert wurde ein gotischer Chor angebaut. 1570 erhöhte man den Turm in Fachwerk und 1727 in Stein, bevor Ende des 19. Jahrhunderts ein völliger Umbau des Gotteshauses erfolgte. 1961 wurde die ursprüngliche Form teilweise wieder hergestellt, so dass jetzt die wunderschönen Glasfenster aus der Mitte des 14. Jahrhunderts, die Wandmalereien und der geschnitzte Hochaltar besonders gut zur Geltung kommen.
Das südliche Chorfenster zeigt in zehn Scheiben einen Tugend-Laster-Zyklus, einen Katharinen- und einen Heiligenzyklus. Die nördliche Ostwand des Langhauses ziert ein reiches Kreuzigungsfresko aus der Mitte des 15. Jahrhunderts. Im Schrein des Hochaltars sind fünf Passionsszenen dargestellt. Von den übrigen Ausstattungsstücken sind der spätgotische Taufstein, die Kanzel aus dem 17. Jahrhundert, zwei Almosentafel, eine eindrucksvolle Figurengruppe des Heiligen Grabes, eine spätgotische Ölbergszene sowie einige Heiligenfiguren erwähnenswert.



